Geothermie



AM ANFANG STEHT WÄRME
AUS DEM ERDINNEREN

Geothermie kommt tief aus dem Inneren der Erde. Die Wärmeenergie ist nahezu unerschöpflich vorhanden. Seit Urzeiten nutzen Menschen heiße Quellen und ihre heilenden Eigenschaften. Fasziniert von den Kräften der Erde begannen wir in Europa vor über 100 Jahren damit, aus Geothermie Strom und Wärme zu erzeugen. Die gewaltige Energie im Erdinneren nutzbar zu machen, ist ein Traum der Menschheit, der sich mit modernster Technik erfüllen lässt.

Geothermie - Energie aus der Tiefe

Bei der Energiegewinnung aus Erdwärme unterscheidet man zwischen der oberflächennahen und der tiefen Geothermie. Bei der oberflächennahen Nutzung werden Bohrungen bis zu einer Tiefe von 400 Metern eingesetzt. Dort vorhandene Temperaturen von ca. 25 Grad Celsius werden für das Beheizen oder Kühlen einzelner Gebäude oder Gebäudekomplexe genutzt. Hierzu wird die Wärme aus dem Erdreich und oberflächennahen Gestein oder aus dem Grundwasser gewonnen. In der Regel sind Erdkollektoren sowie Erdwärmesonden im Boden im Einsatz und an eine Wärmepumpe gekoppelt.

Über 100.000  Privathaushalte in Deutschland nutzen diese Art der umweltfreundlichen Wärmeversorgung ihrer Häuser. Und es werden immer mehr.

Mit Erdwärme kann man klimafreundlich heizen und kühlen

Die tiefe Geothermie dagegen nutzt das Wärmepotential von 3.000 bis über 6.000 Metern in der Erde. Sie eignet sich für die Strom- und Wärmegewinnung in leistungsstarken Kraftwerken für ganze Gemeinden. Die Temperaturen betragen in Deutschland in diesen Tiefen bis zu 200 Grad Celsius. Über 20 Geothermieprojekte dieser Art sind in Deutschland in der praktischen Umsetzung.

Für etwa 150 weitere Felder wurden Aufsuchungserlaubnisse beantragt. Bis 2020 könnten einer Studie des Umweltministeriums des Bunds zufolge ca. 280 Megawatt Leistung installiert und 1,8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus tiefer Geothermie pro Jahr erzeugt werden. Zusätzlich erzeugen die Anlagen insgesamt rd. 8,2 Milliarden Kilowattstunden Wärme.

Standorte - aller guten Dinge sind drei

In Deutschland gibt es drei begünstigte Regionen für Tiefe Geothermie: Die Norddeutsche Tiefebene, das Voralpenland sowie den Oberrheingraben.
Im Oberrheingraben steigt die Eigenwärme des Bodens bei zunehmender Tiefe schneller an als andernorts: der Temperaturanstieg beträgt bis zu zehn statt der üblichen drei Grad Celsius je 100 Meter Tiefe. Der Grund dieser Besonderheit sind tiefe Spalten im Oberrheingraben, die in einem großräumigen Zirkulationssystem die Wärme aus großen Tiefen nach oben tragen.

Europas größtes Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Geothermie befindet sich im elsässischen Soultz-sous-Forêts. Bereits seit 1987 entwickeln dort Wissenschaftler und Industrie die Stromerzeugung aus Erdwärme. In Landau entstand zwischen 2004 und 2007 ein Geothermie-Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 3,6Megawatt.


Technik - der Energie auf den Grund gehen

In Insheim kommt die so genannten Hydrothermale Geothermie zur Anwendung. Dabei wird heißes Thermalwasser direkt gefördert und über eine zweite Bohrung, die so genannte Reinjektionsbohrung, abgekühlt wieder ins Erdreich zurückgeführt. Die Anlagen nutzen die Energie, die in ergiebigen, Wasser führenden Schichten im Untergrund gespeichert ist. Das Gleichgewicht im Boden bleibt durch den geschlossenen Kreislauf erhalten.

Die Endpunkte beider Bohrungen sind rund ein bis zwei Kilometer voneinander entfernt. Das gewährleistet, dass das abgekühlte Wasser sich in der Erde wieder aufwärmen kann, bevor es in die Nähe der Förderbohrung kommt.




Die Nutzung von Geothermie schafft mehr Unabhängigkeit
von fossilen Energieträgern

Vorteile - erwärmende Argumente pro Geothermie

Geothermie ist eine zukunftsträchtige Energieform,
denn - Geothermie ist

  • umweltfreundlich und klimaneutral:
    Bei der Strom- und Wärmeerzeugung entstehen weder Schadstoffe noch Kohlendioxid im Gegensatz zu fossilen Energieträgern.
  • nachhaltig und nahezu unbegrenzt:
    Das Reservoir in den Tiefen unserer Erde regeneriert sich immer wieder neu.
  • erprobt:
    Seit über 100 Jahren wissen Europäer vor allem in Italien und Island bereits um die sichere Erzeugung von Strom und Wärme aus Geothermie.
  • immer verfügbar:
    Strom aus Geothermie ist grundlastfähig im Gegensatz zu anderen regenerativen Energieträgern. Strom kann je nach Bedarf und Anforderung jederzeit erzeugt werden unabhängig von Witterung und Tageszeiten.
  • flexibel einsetzbar:
    Aus Erdwärme kann Strom und Wärme erzeugt werden, die je nach Bedarf zum Heizen oder zum Kühlen einzusetzen ist.
  • verbraucherfreundlich:
    Strom und Wärme aus Geothermie leisten einen, immer wichtiger werdenden Beitrag zur Unabhängigkeit von steigenden fossilen Brennstoffpreisen.
  • geräuscharm:
    Geothermiekraftwerke sind platzsparend und so konstruiert, dass sie geräuscharm leise betrieben werden können.


Seismizität - eine hochgenaue Angelegenheit

Der Oberrheingraben ist in seinen Tiefen tektonisch aktiv. Im Erdinneren entstehen dabei natürliche Spannungen durch Verschiebung geologischer Einheiten. In Insheim wurden daher neben der Untersuchung der Gesteins- und Erdschichten umfangreiche Voruntersuchungen vorgenommen. Ständige Überwachungen mit Hilfe von Messungen sorgen dafür, dass mögliche Veränderungen im Erdinnern und Spannungen in der Erdkruste unverzüglich angezeigt werden. Die Fahrweise des Kraftwerks kann dann entsprechend angepasst werden.

Das in Insheim eingesetzte Verfahren nutzt die Wärme aus Thermalwasser, das über Tiefbohrungen gefördert und über Reinjektionsbohrungen abgekühlt ins Erdreich zurückgeführt wird. In der ersten Bohrung wurde eine so genannte Ablenkbohrung abgeteuft, damit sich das Wasser im Untergrund großräumiger verteilen kann und somit eventuell auftretenden seismischen Ereignissen noch besser vorgebeugt werden kann. In dieser Tabelle werden die alle durch das Frühwarnsystem gemessenen seismischen Aktivitäten rund um Insheim dokumentiert.

Kontakt

Pfalzwerke geofuture GmbH

Büroanschrift
Oskar-von-Miller-Straße 2

76829 Landau

Geothermiekraftwerk Insheim
Hinter der Sandgrube 1

76865 Insheim

Telefon: 06341 973-456
Telefax: 06341 973-335


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